IBC Geschichte
Der älteste Zweig der IBC ist die Wasserversorgung. Die Aufzeichnungen gehen auf mehr als 250 Jahre zurück. Bis 1880 war die Wasserversorgung der Stadt Chur allerdings noch sehr primitiv. Es gab damals 24 öffentliche und 69 private, ständig fliessende Brunnen. Bei diesen holten sich die Einwohner das notwendige Wasser.
Eine private Aktiengesellschaft baut am Hofgraben eine erste Gasfabrik. Zuerst wurde das Gas aus Holz, ab 1865 aus Kohle erzeugt. 1895 wurde diese Gasfabrik von der Stadt käuflich erworben und fortan in eigener Regie geführt.
1880
Im Jahre 1880 ging es mit der städtischen Wasserversorgung einen grossen Schritt vorwärts. Die Fassungen und Zuleitungen von den 1855 erstellten Brambrüescher Quellen wurden erneuert. Auf St. Hilarien wurde ein erstes Reservoir mit 600 m³ Inhalt gebaut. Damit erhielt ein grosser Teil des Stadtgebietes eine Hochdruckwasserversorgung.
1881
Die Stadt kauft die Parpanerquellen und leitet sie 1888 ins neue Reservoir St. Hilarien ein.
1892
Die Stadt Chur erwirbt die abgebrannte Spinnerei im Meiersboden und baut sie zu einem Kraftwerk um. Fortan betreibt die Stadt unter der Firma «Lichtwerke Chur» ein eigenes Elektrizitätswerk. Genutzt wird das Wasser der Rabiosa. Mit 400 PS Leistung war das Werk damals eine der grössten Zentralen der Schweiz.
1896
Die Stadt Chur vereinigt das Elektrizitätswerk, das bis 1895 privat betriebene Gaswerk und die Wasserversorgung zu einem gemeinsamen Unternehmen der öffentlichen Hand, den Industriellen Betrieben der Stadt Chur.
1899
Die Stadt kauft die Obervazerquellen und leitet sie ins Quellenhaus Parpan ein. Kurze Zeit später, anno 1901 wird das Reservoir St. Hilarien von 600 m³ auf 3000 m³ vergrössert.
1911
Die Stadt baut an der unteren Rheinstrasse eine neue Gasfabrik. Sie dient als Ersatz für die 1859 am Hofgraben erstellte Anlage. Die Steinkohlen-Destillationsanlage produziert das sog. Stadtgas.
1914
Nach dem 1911 begonnenen Bau der Chur-Arosa-Bahn tritt auch für das Elektrizitätswerk Chur eine Wende ein. Der Bau eines grösseren Kraftwerkes an der Plessur in Lüen wird in Angriff genommen. Im Jahre 1914 kann das Werk dem Betrieb übergeben werden.
1915
In diesem Jahr erfolgt ein weiterer bedeutender Ausbau der Wasserversorgung. Es geht darum, auch für die höher gelegenen Gebiete der Stadt eine Hochdruck-Wasserversorgung zu schaffen. Die Reservoire Fürstenwald, Lürlibad und Balzersgut werden gebaut und die Quellen auf dem Mittenberg neu gefasst und eingeleitet.
Nach langjährigen Vorarbeiten kann zuunterst an der Rheinstrasse ein erstes Grundwasserpumpwerk gebaut und in Betrieb genommen werden. Damit wird erstmals in Chur Grundwasser ins städtische Versorgungsnetz gepumpt.
1947
Der Bau eines weiteren Wasserkraftwerkes wird nötig. Die Plessurstufe Lüen - Chur/Sand wird realisiert. Das Werk nimmt 1947 den Betrieb auf.
1969
Im unteren Gebiet der Salvatorenstrasse wird ein zweites Grundwasserpumpwerk erstellt und in Betrieb genommen.
1970
An der Industriestrasse wird eine neue Gasfabrik gebaut. Sie ersetzt die Anlage an der Rheinstrasse aus dem Jahre 1911. Man entscheidet sich für eine Flüssiggas-Spaltanlage, welche Stadtgas produziert.
1978
Beim Schützenhaus auf dem Rossboden wird das dritte und zugleich grösste Grundwasserpumpwerk für die Churer Wasserversorgung erstellt. Gleichzeitig wird das Pumpwerk Rheinstrasse stillgelegt.
1981
Die Wasserkraftnutzung an der Plessur und Rabiosa wird neu geregelt. Neue Eigentümerin der Kraftwerke Lüen-Sand und Rabiosa-Sand ist die Gemeindekorporation Kraftwerk Chur-Sand. Ihr gehören die Gemeinden Lüen, Calfreisen, Castiel, Maladers, Praden, Churwalden und die Stadt Chur an. Mit der Betriebsführung werden die Industriellen Betriebe der Stadt Chur betraut. Das Kraftwerk Molinis-Lüen geht an die Gemeindekorporation Kraftwerk Lüen (ohne Beteiligung der Stadt Chur) über.
1985
Die Stadtgasproduktion wird eingestellt und die ganze Produktionsanlage an der Industriestrasse auf ein Butan-Luftgemisch mit Erdgasqualität umgestellt.
1989
Die Stadt Chur entscheidet sich für die Umstellung ihrer Gasversorgung auf Erdgas und gründet zusammen mir der Bürgergemeinde Chur und der Gemeinde Igis/ Landquart die Erdgasversorgung Bündner Rheintal AG EBRAG
1999
Im September kann die IBC ihr erstes Trinkwasserkraftwerk «St. Hilarien» in Betrieb nehmen. Dieses produziert jährlich rund 900'000 kWh sauberen ökologischen Strom.
1999
In einem Gemeinschaftsprojekt mit dem Elektrizitätswerk Arosa wird die 60/10 kV-Freileitung im Schanfigg von Chur nach Lüen ersetzt.
2000/01
Die Quellfassungen am Mittenberg werden saniert.
2002
Das Reservoir Spitzegg wird neugebaut und zusätzlich ein Trinkwasserkraftwerk realisiert. Es ist das zweite in Chur und produziert jährlich rund 150'000 kWh sauberen ökologischen Strom.
2003
Das Quellgebiet Brambrüesch wird komplett saniert.
2005
Das Quellgebiet Vaz/Obervaz (Scharmoin) wird komplett saniert.
2005
Am 27.11.2005 stimmte das Volk mit 4'952 Ja-Stimmen (62.3 %) und mit 2'998 Nein-Stimmen (37.7 %) der Ausgliederung der IBC zu. Seit dem 1. Januar 2006 ist die IBC Energie Wasser Chur eine selbstständig öffentlich-rechtliche Anstalt.
2006
Am 2. September 2006 eröffnete die IBC bei der Agip (Suisse) an der Kasernenstrasse 159 in Chur die erste Erdgastankstelle im Kanton Graubünden.
